Neue Branche, neues Glück? Die Lust auf Veränderung.

BRANCHENWECHSEL DURCH NEUEN JOB?

LUST AUF VERÄNDERUNG

Sie kennen das: Sie sind kein Berufsanfänger mehr – ganz im Gegenteil, Sie haben viel gesehen und Ihre Erfahrungen gemacht. Nach vielen Jahren im gleichen oder ähnlichen Job würde Sie aber gerne mal etwas neues kennenlernen.

Neue Arbeitsumgebung, neue Menschen, neue Themen. Das Verlangen, nach vielen Berufsjahren mal etwas Neues zu wagen und zu erleben treibt viele Berufserfahrene um.

Was bietet sich da mehr an, im Rahmen eines Jobwechsels mal in neue Branchen zu schnuppern, was Neues zu lernen? Sie sind noch „jung und dynamisch“ (zumindest fühlen Sie sich so) und sind bereit für neue Taten.

Auf die anfängliche Motivation folgt schließlich die Ernüchterung – Bewerbungen werden abgelehnt, das Vorhaben, neues kennenzulernen scheitert. Aber wieso? Und was können Sie tun, damit es doch klappt?

BRANCHENWECHSEL UND SEINE TÜCKEN

Unabhängig davon, wie der Kontakt zum Unternehmen entstanden ist (indirekt über einen Personalberater oder direkt via Initiativbewerbung) gilt für alle Fälle folgendes:

Wenn ein Unternehmen einen neuen Mitarbeiter sucht, wird im Vorfeld ein Stellenprofil erstellt. D.h. das Unternehmen macht sich im Vorfeld Gedanken, wie der ideale Kandidat aussehen soll (Wunschkandidat). Dazu gehört neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch die Branchenerfahrung, d.h. man stellt sich die Frage, wo soll er herkommen, der/die neue MitarbeiterIn? Man möchte quasi den „gebackenen und fertigen“ Kandidaten einstellen, der nach einer kurzen Einarbeitungszeit direkt loslegen kann. Und man möchte nicht erst noch erklären müssen, wie die Branche tickt. Vielmehr erhofft man sich bei Einstellung eines neuen Mitarbeiters auch neue Kontakte innerhalb der Branche und entsprechendes Branchen-Know-How um als Unternehmen selbst die Chance zu nutzen, neuen Schwung, Ideen sowie Impulse zu erhalten.

Wurde der Kontakt über einen Personalberatern hergestellt, verschärft sich diese Anforderung an den idealen Kandidaten sogar noch, denn schließlich zahlt man aus Unternehmenssicht Geld für die Suche nach dem Besten, am Markt (und Branche) verfügbaren Kandidaten.

Folglich sind Bewerber, die nicht aus der Wunschbranche kommen, zunächst nicht immer die erste Wahl.

Bewerben Sie sich direkt bei dem Unternehmen, verhält sich das ganze etwas anders: Je größer die Not, umso eher sind auch Unternehmen bereit, Branchenfremde Bewerber einzustellen. Darüber hinaus werden in den Stellenbeschreibungen i.d.R. die Ideal-Bewerber beschrieben. Wohl wissend, dass man als Unternehmen auch Abstriche machen kann oder sogar muss.

Hier bietet sich für Sie die Gelegenheit: Probieren Sie es und überlegen Sie sich Ihren Mehrwert, mit dem Sie die fehlende Branchenerfahrung ausgleichen können.

SO KLAPPT ES MIT DEM BRANCHENWECHSEL

Bei allem Verständnis für die Ausgangslage bei einer Suche nach neuen Kandidaten durch Unternehmen oder Personalberater stellt sich dennoch die Frage, was Sie tun können, um dem entgegenzuwirken und dennoch die Branche zu wechseln?

Zunächst erleichtert es, wenn Sie bereits in einem Themenumfeld arbeiten, das keine Branchenspezialisierung voraussetzt. Bspw. im Bereich der IT sind Sie Systemadministrator. Hier spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob Sie die IT-Systeme eines Automobilzulieferes oder eines Maschinenbauers administrieren. Ähnliches gilt für Positionen im Finanzwesen, Personalwesen, Organisation, Marketing – also alles, was einen tendenziell mehr organisatorischen/administrativen Bezug hat als einen operativen. Ein Branchenwechsel ist bei diesen Fachbereichen mit weniger Hürden verbunden als bspw. im Vertrieb, Produktion, Entwicklung usw. wo es um sehr Branchenspezifische Produkte und entsprechendes Know-how geht.

Auch hier ein Beispiel aus dem Vertrieb: Sie haben sich über Jahre einen Kundensatmm in einer bestimmten Branchen aufgebaut. Sie leben von Ihrem Netzwerk und Ihrem Wissen um die eigenheiten der Branche, in der Sie tätig sind. Sucht nun ein Unternehmen einen neuen Vertriebler,
umgekehrt würden Sie quasi von neuem Anfangen. Kein Netzwerk, keine Kunden, kein Bezug zur Branche. Das Handwerk der Verkaufs kennen Sie, aber letztlich müssten Sie sich in Produkte und Branche neu „einfuchsen“. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind auch noch Vertriebsleiter – was nun? Letztlich müssten Sie erhebliche Einschnitte bei Verantwortung und Gehalt hinnehmen, um einen Branchenwechsel zu realisieren. Wollen Sie das?

Gehen Sie also zunächst in sich und schauen Sie, welche Branchen ähnlich Anforderungen an Ihr Profil stellen und wo es weniger eine Rolle spielt, woher (aus welcher Branche) Sie kommen. Daraus können Sie anschließend eine Argumentationskette bilden, die für Sie spricht und mögliche Bedenken zerstreut.

Aber denken Sie daran: Diese Argumente müssen bereits aus Ihrem Lebenslauf hervorgehen!

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