Aufbau, Inhalt, Gliederung, Chronologie

So gelingt der perfekte Lebenslauf

Das Schreiben und Erstellen eines Lebenslaufs fühlt sich oft an wie Zahnschmerzen. Keiner mag es, dennoch bildet der Lebenslauf die Basis für Ihre Bewerbung und ist Ihr Türöffner für das Bewerbungsgespräch und somit einer der wichtigsten Bestandteile Ihrer Bewerbung. Ohne Lebenslauf geht nichts. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in einfachen Schritten Ihren individuellen Lebenslauf erstellen – ganz ohne Zahnschmerzen.

Dieser Fachartikel ist eine Zusammenfassung und Übersicht der wichtigsten Punkte zum Thema Lebenslauf – quasi der “Master-Artikel”. Für vertiefenden Informationen zu einzelne Themen verweisen wir gerne auf die einzelnen Fachartikel, die diese Themen individuell und ausführlich beschreiben.

Und um es Ihnen noch leichter zu machen: Mit unseren von Personalberatern erstellten Design Vorlagen gelingt das Erstellen im Handumdrehen und Sie müssen sich keinerlei Gedanken machen, ob er bei Personalern gut ankommt. Und das Anschreiben? Auch kein Problem: Mit unserem Anschreiben-Baukasten gelingt Ihnen dies auch in ein paar Minuten!

Das Wichtigste zuerst
  • Der beliebteste Lebenslauf ist der tabellarische Lebenslauf
  • Das Layout sollte durch klare Strukturen übersichtlich gestaltet sein
  • Die Länge des Lebenslauf sollte 1-3 Seiten lang sein, mit zunehmender Berufserfahrung kann er auch länger werden
  • Reihenfolge: Chronologisch wenn Sie wenig Berufserfahrung haben, retrograd (beginnend mit aktuellem Job), wenn Sie einige Jahre Berufserfahrung haben
  • Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten, Jobtitel alleine reicht nicht
  • Ein Deckblatt ist nicht zwingend notwendig
  • Das Anschreiben sollte individualisiert sein (Brief oder E-Mail)

Einleitung !!WICHTIG!!

Der im deutschsprachigen Raum am häufigsten vorkommende und bei Personalern beliebteste Lebenslauf ist der tabellarische Lebenslauf. Dieser sollte zwischen 1 bis 3 Seiten lang sein, meist pendelt es sich bei 2 Seiten ein, kann aber in Abhängigkeit Ihrer Berufserfahrung auch länger werden.

Aber was soll drin stehen? Was ist wichtig, was kann weggelassen werden und möglicherweise erst in einem persönlichen Gespräch erwähnt werden? Und wie soll er strukturiert sein? Darauf und auf viele weitere Fragen geben wir Antworten.

Struktur, Übersicht und Layout vor Design und “Schnickschnack”

Ihr primäres Ziel ist: Sie müssen sich in möglichst kurzer Zeit dem Leser bzw. Adressat Ihres Lebenslaufs (Ihrer Bewerbung) so präsentieren, dass er a) Sie und Ihr Potential sofort erkennt und b) er das von Ihnen denkt, was Sie wollen, das er es tut! Stellen Sie sich vor, Sie seien in einem “Sales Pitch” und Ihr Lebenslauf ist die Broschüre/Präsentation. Mit anderen Worten: Stellen Sie sich vor, Sie erstellen eine Broschüre mit Ihnen als Produkt.

Unser Tipp: Nach Fertigstellung Ihres Lebenslaufs nehmen Sie diesen, lesen Sie ihn 1  bis 1,5 Minuten durch und laufen dabei durch Ihre Wohnung (oder geben Sie Ihren Lebenslauf einem Dritten, der es so machen soll). Danach fragen Sie sich oder den Dritten: Hat er (Sie) alles verstanden? Konnten Sie den Lebenslauf zu Ende lesen? Weiß er, wer Sie sind und was Sie können?

Wieso Sie das tun sollen? Personal-Manager (oft auch HR Manager od. Personaler genannt) haben oft nicht mehr als diese 1-2 Minuten Zeit, sich mit einem Lebenslauf zu beschäftigen und sich ein Bild von Ihnen zu machen. Oft sind sie dabei abgelenkt oder auf dem Weg zum nächsten Meeting …

Struktur & Gliederung

Layout

Klare Struktur, gut und schnell lesbar durch Transparenz und Übersicht. Der Leser muss sich schnell einlesen können und Sie als Person erkennen. Das Design des Anschreibens und des Lebenslaufs sollten zueinander passen.

Struktur

Die für einen tabellarischen Lebenslauf übliche Struktur bzw. Gliederung sieht wie folgt aus:

  • Persönliche Angaben:  Stammdaten wie Adresse, Kontaktdaten, Alter, Geburtsort, Bild etc.
  • Ausbildung: Schulische, berufliche sowie akademische Ausbildung
  • Berufliche Angaben: Beruflicher Werdegang sowie Angaben über Praktika
  • Kenntnisse, Fähigkeiten, Interessen: Dazu gehören auch Weiterbildungen und sonst. Qualifikationen

Die Überschriften sind nur ein erster Anhaltspunkt und können selbstverständlich beliebig erweitert werden.

Zeitliche Angaben immer vor die einzelnen Stationen schreiben in folgender Form:

  • MM/JJJJ (also bspw. 07/2023). Eine Tagesangabe ist i.d.R. nicht notwendig.

Expertentipp zur Gewichtung einzelner Stationen im Lebenslauf:

Sollte Sie einem speziellen Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. Studium getrennt von restl. Aus- und Weiterbildung), weniger wichtige Punkte stellen Sie ans Ende Ihres Lebenslaufs.

Länge

Der Umfang Ihres Lebenslaufs sollte mindestens 1 Seiten sein, 2 Seiten sind üblich und oft ausreichend. Aber: Mit zunehmender Berufserfahrung kann Ihr Lebenslauf auch deutlich länger werden. Und denken Sie dran, Seitenzahlen anzugeben.

Aber denken Sie immer daran: Wenn Ihr Lebenslauf länger wird, dann nur aufgrund inhaltlichem Mehrwert. Eine ständige Wiederholung macht keinen Sinn und langweilt. Darüber hinaus hat der Leser i.d.R. keine Zeit, sich all die Seiten durchzulesen – eher wird er Sie aussortieren. Der Leser wird sich nur mit Ihnen beschäftigen, wenn er im Vorfeld schnell erkennen konnte, dass es sich lohnen wird. Im übrigen ist das einer der Gründe, weshalb es so wichtig ist, den Lebenslauf an die Stelle anzupassen, auf die Sie sich bewerben: Sie liefern dem Leser Argumente dafür, sich mit Ihnen zu treffen.

Also: Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren wird Ihnen mehr Einladungen zu einem Gespräch bescheren, als seitenlange Essays zu verfassen. Die Details können Sie dann im persönlichen Gespräch vermitteln.

Bei längeren Lebensläufen lohnt es sich auch, über ein Deckblatt nachzudenken. Hier haben Sie die Gelegenheit sowohl eine Inhaltsangabe als auch einen “Executive Summary” Ihrer Person einzufügen (Details siehe im Abschnitt “Deckblatt”).

Reihenfolge & Chronologie

Ob Sie mit Ihrer Ausbildung (chronologisch) oder zuerst mit Ihrer beruflichen Laufbahn beginnen bleibt Ihnen überlassen. Nicht unüblich und sinnvoll ist es, nach einigen Jahren Berufserfahrung mit dem beruflichen Werdegang zu beginnen. Wenn Sie mit der Berufserfahrung beginnen, dann sollte die aktuelle Position an erster Stelle stehen (absteigend chronologisch, sprich retrograd).

Reihenfolge für Berufserfahrene:

(mehr als 3 Jahre Berufserfahrung, mehr als ein Arbeitgeber)

Der Einsatz eines rückwärts chronologischen Lebenslauf bietet sich dann an, wenn Sie über einen lückenlosen Lebenslauf verfügen und Ihre aktuelle Funktion bzw. Tätigkeit aussagekräftig bzw. richtungsweisend für den Job ist, auf den Sie sich bewerben.

  • Persönliche Angaben & Bild
  • Beruflicher Werdegang (& evtl. Praktikum u. Nebenjobs) – beginnen mit dem aktuellen Job und dann chronologisch “rückwärts” (retrograd) aufzählend
  • Ausbildung – rückwärts chronologisch, also beginnend mit der höchsten Ausbildung
  • Interessen, Kenntnisse, Fähigkeiten – chronologisch, Weiterbildungen auch retrograd, also mit der aktuellsten Weiterbildung beginnend

Vorteile des rückwärts chronologisch (retrograd) Lebenslaufs sind:

  • Wichtigste zuerst: Die letzten Jahre Ihrer Berufserfahrung stehen am Anfang und werden entsprechen betont und sofort wahr genommen.
  • Unwichtiges zum Schluß: Weniger relevante Themen, etwa Schulabschlüsse, erscheinen am Schluß.
  • Akzeptanz: Diese Lebenslaufart ist mittlweile weit verbreitet und anerkannt, sowie bei Fach- und Führungskräften vorherrschend.

Nachteile des rückwärts chronologisch Lebenslaufs sind:
Nachteilige Betonung der erwerbsfreie Zeit: So stehen Arbeitslosigkeit oder Elternzeit im Vordergrund und  werden an dieser Stelle zu sehr betont. In diesem Fall müssen Sie den Leser Ihres Lebenslaufs auf Ihre besondere Eigenschaften und bisherige Erfahrungen lenken und somit von Ihrer erwerbsfreien Zeit ablenken. Wichtig ist, dass der Leser Ihre Stärken und das, was Sie darstellen wollen, wahrnimmt. Dies erreichen Sie, indem Sie beispielsweise nach den persönlichen Daten zunächst eine Zusammenfassung Ihrer bisherigen beruflichen Erfahrungen und Eckpunkte aufzählen oder mit der letzten aktuellen Weiterbildungsmaßnahme beginnen und erreichen so, dass sich der Leser auf etwas anderes als Ihre erwerbsfreie Zeit fokusiert.

Reihenfolge für Berufseinsteiger:

(Berufsanfänger, Studenten, Auszubildende, Young Professionals, Trainees …)

Sie kommen gerade von der Uni, haben soeben Ihre Ausbildung beendet oder sind noch bei ihrem ersten Job. Aufgrund Ihrer geringeren Berufserfahrung steht Ihre Ausbildung noch im Vordergrund. Darüber hinaus ist diese Art möglicherweise die Richtige, sofern Sie eine erwerbslose Zeit hatten (Arbeitslosigkeit, Elternzeit etc.)

  • Persönliche Daten & Foto
  • Ausbildung
  • Berufliche Daten (& Praktikum)
  • Kenntnisse & Fähigkeiten

Checkliste Lebenslauf

Inhalte – Das muss rein!

Im Vorfeld sollten Sie sich darüber Gedanken machen, welche Anforderungen die Stelle, auf die Sie sich bewerben, an Sie stellt. Denn die Kunst (und Schwierigkeit) ist es, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Nicht alles muss in den Lebenslauf rein, aber vor allem das, was für die Stelle wichtig ist. Daher fragen Sie sich: Welche Tätigkeiten und Fähigkeiten sind für die ausgeschriebene Stelle wichtig? Auf was wird besonders viel Wert gelegt?

Rahmenbedingungen und Nebengeräusche

Expertentipp zur Gewichtung einzelner Stationen im Lebenslauf: Sollte Sie einem speziellen Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. Studium getrennt von restl. Aus- und Weiterbildung), weniger wichtige Punkte stellen Sie ans Ende Ihres Lebenslaufs.

Angaben des Landes: Die Angabe des Landes nach der Angabe des Ortes ist nur bei internationalen Bewerbungen wirklich notwendig; oder bei einem Lebenslauf, der seinen Ursprung in verschiedenen Ländern hat (Ausbildung in den USA, Jobs in Frankreich, Deutschland etc.)

Gehalt: Gehören Ihre Gehaltsvorstellungen in den Lebenslauf? Nein, im Lebenslauf selbst nicht. Wird in der Anzeige danach gefragt, sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen im Anschreiben formulieren. Geben Sie eine Bandbreite von … bis an. Die Angabe einer Bandbreite zeigt eine gewisse Flexibilität und lässt Ihrem Gegenüber etwas Verhandlungsspielraum. So beenden Sie die Gespräche durch die Formulierung eines Fixgehalts nicht schon bevor Sie überhaupt begonnen haben. Dem Headhunter sollten Sie Ihre Gehaltsvorstellungen immer möglichst schnell mitteilen. Bei einer Bewerbung direkt beim Unternehmen können Sie bis zum Interview damit warten (telefonisches oder persönliches Interview), sofern nicht – wie vorher schon beschrieben – explizit vorher danach gefragt wurde. (Tipp: Hier geht’s zum Anschreiben-Baukasten)

Eintrittstermin: Sollte nach dem frühestmöglichen Eintrittstermin gefragt werden, sollten Sie diese Fragen unbedingt im Anschreiben beantworten. Dieser Termin hängt oft von Projektzeiten, Kündigungsfristen und Wettbewerbsklauseln ab.

Persönliche Angaben

  • Vorname, Nachname: Vollständigen Namen angeben (u.U. auch Geburtsname)
  • Adresse: Private Anschrift
  • Kontaktdaten: Private Telefonnummer / Handy sowie E-Mail-Adresse. Bitte spezifizieren Sie Ihre Erreichbarkeit in Form von Datum und Uhrzeit (bspw. immer abends ab 18 Uhr mobil erreichbar oder Anrufbeantworter – man wird Sie aber selten mehr als zwei- bis drei Mal anrufen…). Diese Kontaktdaten sollten immer schnell verfügbar sein – also i.d.R. auf der ersten Seite des Lebenslaufs.
  • Geburtsdatum, Geburtsort: Datum sollte es sein, mindestens jedoch Alter. Die Ortsangabe ist optional und nur wichtig bei internationalen Bewerbungen. Hier wäre die Angabe über das Geburtsland auch vorteilhaft. Dies lässt Rückschlüsse auf Nationalität, mögliche Mobilität und Sprachen zu. Im übrigen sind laut AGG zu Ihrem Alter keine Angaben notwendig.
  • Familienstand: Optional – zur Auswahl stehen: Ledig, verheiratet, geschieden, in fester Beziehung (LAG), getrennt lebend, geschieden, verwitwet. Diese Angaben sind aber nicht notwendig und werden zunehmend unüblich. Dies gilt ebenso für die Angabe über die Anzahl und das Alter der Kinder (Angabe Geburtsjahr besser als Alter). Diese Angabe dient u.a. dazu, um Rückschlüsse über Ihre Mobilität oder Umzugsbereitschaft zu ziehen oder erklärt mögliche Lücken im Lebenslauf. Die Frage ist: Wo bewerben Sie sich? sollte es ein Unternehmen sein, dass auf Traditionen sehr viel Wert legt, dann sind solche Angaben sicherlich vorteilhaft.
  • Staatsangehörigkeit: Optional, Angabe sinnvoll sofern Sie sich international bewerben möchten.
  • Konfession: Optional, grundsätzlich nicht notwendig. Ausnahme: Bewerbungen bei kirchlichen Trägern wie bspw. Krankenhäusern etc.
  • Eltern: Optional, aber nicht mehr notwendig, daher zu vernachlässigen.
  • Social Media: Sofern Sie über ein Xing oder LinkedIn Profil verfügen: Geben Sie es an! Dafür haben Sie es ja mal erstellt. Allerdings sollte es auch gepflegt sein, sonst macht die Angabe wiederum keinen Sinn. Mit Facebook, Instagram & Co. sollten Sie jedoch vorsichtig sein, da es sich hier i.d.R. um private Inhalte handelt.

Ausbildung

Hier gehören folgende Ausbildungsstationen hinein:

  • Studium
  • optional: Wehr- und Zivildienst (oder als eigenständigen Punkt einbauen)
  • Ausbildung (bspw. Lehre). Optional: Fort- und Weiterbildungen (sofern die Anzahl überschaubar ist, sonst eigener Punkt. Kann auch unter dem Punkt “Kenntnisse, Interessen” erwähnt werden)
  • Schulabschluss (bspw. mittlere Reife, Oberstufe/Abitur)
  • Weiterführende Schule (bspw. Gesamtschule, Gymnasium)
  • Grundschule

Hintergrundinformationen zum Thema Ausbildung:

  • Die Reihenfolge hängt von Ihrer Erfahrung ab. Grundsätzlich ist es empfehlenswert, immer mit der höchsten Ausbildungsstufe zu beginnen und sich dann zeitlich rückwärts zu arbeiten.
  • Die Angabe von Noten ist nicht zwingend und nur sinnvoll, wenn es sich um eine gute bis sehr gute Leistung handelt. Das Hervorheben Ihrer Abschlüsse (bspw. Fett gedruckt) ist allerdings sehr empfehlenswert.
  • Auch Wehr- bzw. Zivildienst kann hier erwähnt werden, sofern Sie dies nicht als eigenständigen Punkt hervorheben wollen. Generell gilt: Sollte Sie einem dieser Punkt eine besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen wollen, dann stellen Sie ihn als eigenständigen Punkt mit Überschrift dar (bspw. “Studium” getrennt von restlicher “Aus- und Weiterbildung”).
  • Sollten Sie schon länger berufstätig sein, können Sie sich bei der schulischen Bildung auf den höchsten Abschluss konzentrieren (Bspw. Abitur) und alle weiteren Station (Grundschule, weiterführenden Schulen etc.) weglassen.
  • Studienwechsel: Für das Bewerbungsgespräch sollten Sie sich eine schlüssige Begründung überlegen, wieso Sie das Studium gewechselt haben (unabhängig von der Begründung, wieso Sie gerade dieses Studium an erster Stelle gewählt haben).
  • Junge Bewerber können gerne auch Erfolge wie “Klassensprecher”, “Gewinner des Mathewettbewerbs” o.ä. Ihrer Schulzeit hinzufügen.

Berufliche Angaben

Hier passiert oft ein schlimmer Fehler: Wie will Sie jemand Kennenlernen, wenn Sie nur Ihren Jobtitel angeben? Also: Beschreiben Sie Ihre Tätigkeiten. Dazu gehören auch Ihre Erfolge, sofern Sie für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, relevant sind. Tipp: Individualisieren und passen Sie Ihren Lebenslauf durch wiederholen von Formulierungen und Schlagworte aus der Anzeige/Ausschreibung an. Besser ist es, wenn Sie Synonyme oder (kreativere) Umschreibungen verwenden.

Beruflicher Werdegang

Geben Sie hier in tabellarischer Form Ihre bisherigen Berufsstationen an. SEHR wichtig ist, dass Sie sich nicht nur auf das Datum von … bis in der Form von MM/JJJJ, den Namen der Firma, deren Ort und Ihre Funktion beschränken, sondern auch in Stichpunkten (in Form einer Aufzählung) den Inhalt, Ihre Aufgaben und Verantwortlichkeiten (Umsatz/Budget Verantwortung, Mitarbeiterverantwortung, Einkaufsbudget usw.) sowie Ihre Erfolge erwähnen und kurz beschreiben.

Und was viele Vergessen: Beschreiben Sie auch kurz, wer Ihr aktueller Arbeitgeber ist. Nicht jeder kennt Ihre Firma, die Produkte und Unternehmensgröße. Diese Angaben sind aber für Personaler wichtig, um Ihre aktuelle Tätigkeit in einen Kontext zur ausgeschriebenen Stelle und eigener Firma zu stellen.

Zeitliche Sortierung

Chronologisch “vorwärts”: Wenn Sie sich am Beginn Ihrer beruflichen Laufbahn befinden
Chronologisch “rückwärts”: Sie beginnen mit Ihrem aktuellen Job, wenn Sie bereits seit längerer Zeit im Berufsleben stehen. Diese Lebenslaufart ist mittlerweile weit verbreitet und anerkannt, sowie bei Fach- und Führungskräften vorherrschend.

Beispiel Eintrag

01/2002 – 12/2010       Musterfirma, Musterstadt, Deutschland

Internationaler Automobilzulieferer, Schwerpunkt Herstellung von Antriebssystemen, 23.000 Mitarbeiter, 1.2 Mrd. EUR Umsatz

(Position:) Leiter Marketing

Tätigkeit:

  • Ausarbeiten und Umsetzen von Marketingstrategien
  • Planen von Kampagnen
  • Berichtsweg an Head of European Marketing
  • Führen von 25 Mitarbeitern, davon 3 Teamleiter
  • Budgetverantwortung 2019: EUR 120 Mil.
  • Erfolge waren … gewonnen Kunden sind …

Praktikum, Auslandssemester, Nebenjobs

Bitte erwähnen Sie nur die Praktika in Ihrem Lebenslauf, die auch relevant für den Job sind, auf den Sie sich bewerben. Ein Praktikum, welches Sie in der neunten Klasse gemacht haben, spielt kaum noch eine Rolle. Immer wichtig zu erwähnen sind Auslandsaufenthalte. Die Darstellung entspricht der “Beruflichen Angaben”

Sollten Sie noch Student sein, so erwähnen Sie das Praktikum nach Ihrer Ausbildung oder führen es als Teil der chronologischen Abfolge einfach in die Ausbildung ein.

Auslandssemester und Auslandsaufenthalte sollten Sie immer angeben. Neben dem meist sprachlichen Benefit sind heute interkulturelle Fähigkeiten gefragter denn je.

Nebenjobs während des Studiums (oder anderer höchster Ausbildung) können zeigen, dass Sie auch neben Ihrer Ausbildung schon immer engagiert waren und gewillt sind, Leistung zu zeigen und Verantwortung zu übernehmen.

Interessen, Kenntnisse, Fähigkeiten

Die unten aufgeführten Punkte können Sie, sofern Sie diese als Schwerpunkte in Ihrem Lebenslauf besonders hervorheben wollen, auch als eigenständige Punkte aufführen.

Folgende Informationen gehören dazu:

  • Sprachkenntnisse: Neben der Sprache ist auch eine Einschätzung Ihrer Sprachfähigkeit wichtig. Folgende Wertung ist empfehlenswert: Grundkenntnisse, Gute Kenntnisse, sehr gute Kenntnisse, fließend in Wort und/oder Schrift, verhandlungssicher, Muttersprache. Dieser Punkt kann auch als eigenständiger Punkt im Lebenslauf stehen.
  • Weiterbildungen (Kompetenzen): Datum, Art und Ausbildungsstätte der Weiterbildung angeben (vgl. “Beruflicher Werdegang”). Sollten es viele sein, so lohnt es sich darüber nachzudenken, ob man einen eigenen Abschnitt “Fort- und Weiterbildungen” in den Lebenslauf einfügt.
  • EDV-Kenntnisse: Aufzählung der Programme, mit denen Sie gut umgehen können inkl. Bewertung. Kann auch als eigenständiger Punkt im Lebenslauf stehen. Sollten Sie IT-Professional sein und auch bei Projekten mitgewirkt haben, dann sollten Sie Ihre IT-Kenntnisse als Anlage zu Ihrem Lebenslauf hinzufügen.
  • Publikationen: Sie betreiben einen Blog? Sind Gastredner oder Autor? Erzählen Sie davon! Je nachdem, wie viele Publikationen es sind, können Sie diesem Punkt einen eigenen Abschnitt spendieren oder eine eigene Anlage zu Ihrem Lebenslauf (gerne gemacht von Ärzten).
  • Führerschein: Die einzelnen Klassen aufzählen. Nur notwendig, wenn es für den Beruf erforderlich ist.
  • Hobbys, persönliche Interessen oder weitere Kenntnisse: Geben Sie hier besondere Fähigkeiten an (Skills und Methodenkompetenzen). Bei Hobbys etwas was fit hält (Sport) oder was Sie bildet (Kurse, Lesen), was Sie integriert (Vereinsarbeit) und/oder etwas triviales (Musik, wandern, kochen). Überdenken Sie die Angabe eines Hobby, welches mit Gewalt (bspw. Kickboxen) zu tun hat oder auf ein hohes Verletzungsrisiko (Leistungssport, Drachenfliegen etc.) hindeutet. Sollten Hobbys überhaupt noch angegeben werden? Ist das zeitgemäß? Grundsätzlich ja, auch wenn es nicht zwingend notwendig ist. Über Hobbys kann oder könnte man Rückschlüsse auf Ihr Engagement, Ihre Durchsetzungskraft und/oder Zielstrebigkeit ziehen
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten: Durchweg positiv zu bewerten, daher eine sinnvolle Angabe (Bspw. ehrenamtlicher Fußballtrainer der E-Jugend in XY-Stadt). Junge Bewerber können hier auch gerne Angaben über schulische Aktivitäten machen (Klassensprecher, Mitglied der Schülerzeitung oder Jahrbuch AG etc.).

Abschluss / Unterschrift

Ort, Datum, Unterschrift (fällt bei einer Online-Bewerbung meist weg bzw. können Sie einscannen und als Bild einfügen). Mit der Unterschrift verbürgt sich der Kandidat für die gemachten Angaben, daher können bewusst falsch gemachte Angaben möglicherweise strafrechtlich relevant sein.

Bewerbungsfoto

Nach dem Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) ist ein Foto nicht erforderlich, da es Hinweise über folgende Angaben liefern kann:

  • Rasse oder ethnische Herkunft,
  • Geschlecht
  • Religion und Weltanschauung,
  • Behinderung
  • Alter
  • sexuelle Identität

In einigen Ländern ist es üblich, sich eher ohne als mit Foto zu bewerben – allen voran die USA. Aber da sind auch die einseitigen “resumes” mehr gefragt, als im deutschsprachigen Raum… Ohne nun auf dieses Thema im Detail einzugehen und es auszudiskutieren gilt für das Bewerbungsfoto: Besser ist es.

Daher unsere Empfehlung: Beauftragen Sie einen professionellen Fotografen mit der Erstellung eines Bewerbungsfotos und kommen Sie nicht auf die Idee, dies selbst zu übernehmen. Investieren Sie das Geld, auch wenn es aufgrund der Möglichkeiten am heimischen PC oft verführerisch wirkt, sich diese Investition zu sparen. Darüber hinaus haben Sie gleich gute Bilder für Xing, LinkedIn usw.

Tipp: Damit sich der Gang zum Fotografen lohnt, sollten Sie einige Kleidungsstücke mitnehmen. Fangen Sie mit “Sakko, Hemd (neutral, bspw. weiß) und Krawatte an. Für das nächste Foto ziehen Sie die Krawatte aus, für ein weiteres das Sakko usw. So können Sie in einem Abwasch unterschiedliche Stile – passend zur Bewerbung und dem Unternehmen – erstellen lassen.

Anordnung im Lebenslauf: Das Bewerbungsfoto gehört auf die erste Seite des Lebenslaufs in das obere Drittel. Ob eher rechts- oder linksseitig ist Geschmackssache, in den seltensten Fällen ist mittig die richtige Wahl. Die übliche Größe des Bewerbungsfotos ist ca. 4,5cm x 6cm, allerdings sollten Sie das abhängig von dem Ihnen zur Verfügung stehenden Platz machen.

Sollten Sie sich für ein Deckblatt entscheiden, sollten Sie das Foto nur auf dem Deckblatt (groß) einbinden.

Deckblatt

Das Deckblatt ist optional und nicht zwingend. Es sollte nur eingesetzt werden, wenn es optisch wie auch inhaltlich einen Mehrwert bringt. Oft sinnvoll, wenn ein längerer Lebenslauf folgt. So können Sie im Vorfeld über eine kurze Zusammenfassung (Executive Summary) auf einige Hauptmerkmale Ihrer Person eingehen sowie – sofern gewünscht – ein Inhaltsverzeichnis angeben.

Möchten Sie Ihrem Lebenslauf ein Deckblatt voran stellen, sollte folgendes vermerkt sein:

  • Großes Bewerbungsfoto (bis zu ca. 7 cm Breite x 10 cm Höhe)
  • Vollständiger Name (Vor- und Nachname)
  • Kontaktdaten wie Adresse, Telefonnummer und E-Mail
  • Persönliche Daten

Optional können Sie noch angeben:

  • Grund der Bewerbung: Bewerbung als “kaufmännischer Geschäftsführer”
  • Personalisiert an Empfänger/Firma: Bei der Firma Mustermann AG
  • optional zusätzlich: Zusammenfassung / Aufzählung Ihrer Stärken und Erfahrungen sowie Schwerpunkte Ihrer bisherigen Tätigkeiten (bspw.: Seit 20 Jahren Experte im Bereich XY, Seit 15 Jahren Führungserfahrung von XX Mitarbeitern…)
  • optional zusätzlich: “Inhaltsverzeichnis” bzw. Aufzählung der “Anlagen”

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